Bergischer Handball-Club 06: Armutszeugnis für die Stadtspitzen Wuppertals und Solingens

Die Uni-Halle Wuppertal

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Eine architektonische Todsünde der 1980er Jahre: Die Uni-Halle im Quartier Grifflenberg (Anklicken zum Vergrößern des Bildes!)

Die Geschäftsführung des Bergischen Handball-Clubs 06 (BHC) hat entschieden, künftig manche der Spitzenspiele im ISS Dome in Düsseldorf-Rath auszutragen, was ein äußerst negatives Schlaglicht auf die Stadtspitzen von Wuppertal und Solingen wirft. Zwar hat Düsseldorf dem Bundesligsten BHC Geld geboten und mit dem ISS Dome hängen TV-Übertragungsrechte zusammen, jedoch haben offenkundig auch die Tatsachen eine Rolle gespielt, dass die Klingenhalle in Solingen marode und die Uni-Halle in Wuppertal eine architektonische Todsünde der 1980er Jahre ist. Die beiden kommunalpolitischen Spitzen im Bergischen Städtedreieck wissen jedenfalls, wie man den hohen Sport vergrätzt.

Unterdessen übt sich Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) in Beschwichtigungsversuchen. Er bedauere die teilweise Verlegung von Top-Spielen nach Düsseldorf sehr, will aber weiterhin gemeinsam mit dem BHC ein tragfähiges Konzept für Zukunft erarbeiten. Für den Standort Wuppertal könnte dieses darin bestehen, den gesamten Innenbereich der Uni-Halle rundum zu erneuern, um die architektonischen Fehlleistungen von vor gut 30 Jahren zu beheben.

Stephan Hövels

Mitglied des Rates der Klingenstadt Solingen

„Salopp gesagt wird die Klingenhalle in unserer Stadt nur noch von Tonnen Klebestreifen zusammengehalten, was erbärmlich ist, gerade wenn man einen Handball-Bundesligsten beheimatet“, kommentiert der Solinger PRO-Ratsherr Stephan Hövels.

„Dass der BHC in einer derartigen Situation alternative Räumlichkeiten nutzt, ist völlig nachvollziehbar. Was unsere Stadtspitze mit dem BHC anstellt, ist so, als verlangte man von einem angesehenen klassischen Orchester in einer Rumpelkammer aufzutreten. Das aktuelle Beispiel des Neubaus vom Hallenbad Vogelsang zeigt doch, dass es geht, wenn nur genügend Wille vorhanden ist. Einen gleichen Elan soll unsere Stadtspitze endlich zeigen, was die Klingenhalle anbelangt!“

Claudia Bötte

Claudia Bötte, die patriotische Ratsfraktionsvorsitzende Wuppertals

Den Ausführungen ihres Kollegen Hövels pflichtet die Wuppertaler PRO/REP-Ratsfraktionsvorsitzende Claudia Bötte bei: „Unser Bergisches Städtedreieck blamiert sich bis auf die Knochen, wenn die beiden bisher durch den BHC genutzten Hallen in ihrem desolaten Zustand verbleiben. Wir sind ein zusammenhängender Großstadt-Verdichtungsraum mit über 620.000 Einwohnern und haben derzeit nicht einmal eine auf Bundesebene vorzeigbare Multifunktionshalle. Wenn die Oberbürgermeister unserer Region ihren sportpolitischen Murks fortführen, wird der BHC früher oder später vollständig in die Landeshauptstadt wechseln und auch seinen Namen ändern. Unter keinen Umständen darf es jemals soweit kommen!“